Mit 9 Jahren kam ich durch Freunde zum Biathlon. Das Schießen reizte mich damals viel mehr als das anstrengende Konditions- & Techniktraining im Frankenhainer Skiverein.
Mit Beginn der 7. Klasse wechselte ich auf das Sportgymnasium in Oberhof, weil ich daheim in Gräfenroda u. Frankenhain an meine Grenzen stieß und Oberhof einfach bessere Trainingsmöglichkeiten bot! Zu diesem Zeitpunkt konnte ich ja nicht wissen, dass ich später mal mein Hobby zum Beruf machen würde.
In Oberhof absolvierte ich im Sommer 2000 mein Abitur und stand vor der Entscheidung: Sport oder "normaler" Beruf...
Hmm, wie ihr seht entschied ich mich für den Sport und bin seit dem in der Bundeswehr in Oberhof als Sportsoldat tätig!
In Oberhof fand ich optimale Bedingungen für meine sportliche Entwicklung vor. Den Luxus, die Trainingsstätten direkt vor der Haustür zu haben ist schon recht bequem und definitiv ein großer Vorteil von Oberhof.
Mittlerweile betreibe ich diese Sportart seit ca. 19 Jahren und habe einige Erfahrungen gesammelt. Von den drei Junioren-Weltmeisterschaften (Slowenien, Österreich & Russland) habe ich zwei Gold & drei Bronze Medaillen mit nach Hause gebracht!
In der Herrenkonkurrenz bin ich bereits viermal Europameister mit der Staffel geworden (In Finnland, Italien, Weißrussland und Bulgarien). Des Weiteren habe ich auch schon etliche Weltcup Rennen bestritten und einige Top 10 Ergebnisse eingefahren. An meine Feuertaufe im Hexenkessel zu Oberhof als Startläufer der Deutschen Staffel kann ich mich noch gut erinnern. Schön, dass es damals der zweite Platz für Deutschland wurde.
Das Ziel nach dem Europacup war klar: "So schnell wie möglich in die Nationalmannschaft kommen", um im Weltcup Fuß zu fassen. Was allerdings anfangs recht schwer war. In der Saison 2004/05 hatte ich mich gut durchgeboxt und war im Gesamtweltcup nach allen Rennen als vierter Deutscher auf dem 22.Platz gelandet. Das ließ nun auf die Top 15 für den nächsten Winter hoffen.
Doch dieser Winter erfüllte nicht das, was ich mir ausgemalt hatte. Erkältungen, Krankheiten und ein Bänderriss erschwerten mir das Leben und kaum, dass ich gesund war und wieder mit dem hartem Training begann, erkrankte ich erneut! Ich dachte mir: "Was für ein Seuchenjahr!" Doch das ist mittlerweile abgehakt.
Im Frühjahr 2006 kamen also die Mandeln raus, die wohl der Grund für all die Erkältungen waren. Tja und dann wechselte ich noch vor Saisonbeginn meinen Trainingsort: Seit Mai `06 trainiere ich am Stützpunkt Ruhpolding, zuerst bei Fritz Fischer und seinem jüngeren Bruder Markus und mittlerweile bei Remo Krug, in dem ich endlich den Trainer gefunden habe den ich brauche, um voran zu kommen!
Doch der erhoffte Erfolg stelle sich in der darauf folgenden Saison 2006/07 noch nicht sofort ein.
Sicher sind der Europameistertitel in Bulgarien und Top Platzierungen im EC schöne Ergebnisse, doch im Großen und Ganzen war ich wohl eher das "Fahrstuhlkind" welches ständig zwischen EC und Weltcup hin- und herwechselte. Das sollte sich aber diesen Winter endgültig ändern.
Gemeinsam mit meinem neuen Trainer Remo Krug ging ich motiviert in die neue Saison 07/08! Und der Aufwand hat sich gelohnt. Als Quereinsteiger kam ich nach Finnland, wo ich mit dem 5.Platz im Einzel gleich die WM Qualli einfuhr und mich so in der Mannschaft fest etablieren konnte. Dann ging alles Schlag auf Schlag. Der erste Podestplatz in Hochfilzen beim Verfolger, in Ruhpolding 4ter und 6ter, dann eine (leider) etwas verhaltene WM und der 2.Platz in Russland im Massenstart. Alles in Allem hat es für den 13.Platz in der Gesamtwertung gereicht und damit bin ich sehr zufrieden.
Für die Neue Saison 2008/09 werden die Ziele allerdings noch etwas angeschraubt. Und so schwebt mir der erste Weltcupsieg und am Ende der Saison ein Platz in den Top 10 vor.
Aber dennoch gibt es neben dem Leistungsport noch ein anderes Leben, welches natürlich auch sehr wichtig ist. Freunde besuchen, Motorrad fahren, Klettern gehen, aber auch Gitarre spielen füllen das bisschen Freizeit locker aus! Außerdem hatte ich im vergangenen Jahr mit der neuen Wohnung alle Hände voll zu tun! Aber was gibt es schöneres, als für die eigenen 4 Wände was zu richten...
Trotzdem wird im Sommer auch trainiert, eigentlich mehr als im Winter. Mein Sommertraining ist sehr vielseitig! Dazu bietet sich neben Cross-Komplex- und Rollerski-Komplex-Training auch das MTB oder Rennrad an.
Auch diesen Sommer werden wir wieder sehr viel auf dem Rennrad sitzen. Aber auch der Kraftraum will immer gut besucht sein und so gibt es eigentlich die ganze Woche immer was zu tun, wenn man bedenkt dass wir ja auch gut Schießen sollen... Also gehen gut und gerne noch mal weitere 4-5 Stunden an Schießtraining pro Woche drauf.
Gerade im Frühjahr und Sommer gibt es hin und wieder mal Gelegenheit sich auf andere Weise fit zu halten. Mit Inlinern, dem Kajak zu Wasser paddeln oder mal Klettern gehen sind schöne Abwechslungen zum Training auf Rollern! Wir verlegen das Training auch schon mal in die Berge, um uns durch Skifahren im Sommer den Alltag abwechslungsreicher zu gestalten! Wie das alte Sprichwort schon sagt: "Wintersportler werden im Sommer gemacht!"